Härtel hat keine Angst vor Frahn
Volksstimme vom Do, 04.02.2016 - Author:
FCM selbstbewusst zum Ostderby nach Chemnitz / Gastgeber mächtig unter Druck

Mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein tritt am morgigen Freitag (17 Uhr) Drittliga-Aufsteiger 1. FC Magdeburg in Chemnitz an. „Die Unruhe dort wollen wir nutzen“, machte Club-Trainer Jens Härtel deutlich.

Magdeburg l Die Sachsen, die sich in der Winterpause namhaft verstärkt hatten (u.a. mit Stürmer Daniel Frahn), kamen zuletzt 2:5 in Kiel unter die Räder – und damit der Abstiegszone wieder ein Stück näher. „Das ist sicherlich ein Minivorteil für uns, dass sich der CFC noch nicht gefunden hat und nach dem ausgefallenen Spiel gegen Cottbus und dem Fehlstart in Kiel unter Druck steht“, sagte gestern Härtel, der gleichwohl zu wissen glaubt, was auf seine Blau-Weißen zukommt: „Chemnitz tritt zu Hause ganz anders auf als auswärts, ist vor eigenem Publikum jederzeit in der Lage, den Bock umzustoßen.“

Hinzu kommt: Mit Frahn hat sich ein echter „Knipser“ angeschlossen. Der 28-Jährige kehrte Zweitligist 1. FC Heidenheim in der Winterpause den Rücken und nun quasi in die Heimat zurück, kickte der gebürtige Potsdamer doch schon für Energie Cottbus, Hertha BSC II, SV Babelsberg und RB Leipzig.

Als Frahn in Babelsberg spielte (und 2010 in Liga 3 aufstieg), war Härtel dort unter Dietmar Demuth Co-Trainer. „Vom Namen her war er damals noch ein kleines Licht, doch man hat schon da gesehen, über welch großen Fußball-Sachverstand er verfügt“, blickte Frahn zurück. Jetzt glaubt er an eine große Zukunft Härtels: „Ich gehe davon aus, dass er irgendwann in der 1. oder 2. Liga trainiert.“ (Ein längeres Frahn-Interview gibt es in der Freitag-Ausgabe.)

Auch später liefen sich die beiden noch über den Weg. So, als Frahn nach Leipzig wechselte und Härtel zwei Jahre Cheftrainer beim Berliner AK (2011 bis 2013) war.

Nun kommt es am Freitag erneut zu einem Wiedersehen. Und Härtel weiß: „Daniel ist ein Typ, der quasi mit allen Körperteilen Tore machen kann und dafür auch nicht allzu viele Chancen benötigt. Dennoch hat er momentan nicht den Rhythmus, den er sich wünscht. Trotz seiner Erfahrung ist es da nicht so einfach für ihn.“

In Zahlen sieht das so aus: Frahn kam in Heidenheim in zehn Begegnungen zum Einsatz, spielte insgesamt 515 Minuten (ein Tor). Diese geringe Quote entsprach keinesfalls den Vorstellungen des Topstürmers, der deswegen auch wieder wechseln wollte.

Und der jetzt den FCM ärgern möchte: „Wenn wir Freitag unter Flutlicht im eigenen Stadion Magdeburg schlagen, ist das sicherlich eine Wiedergutmachung für die Niederlage in Kiel und eine deutlich angenehmere Aufgabe als ein Spiel gegen eine U 23.“

Genau das will Härtel verhindern. Und bei allem Respekt vor den Qualitäten des Chemnitzer Hoffnungsträgers verkündete er: „Wir werden versuchen, ihn als Mannschaft zu isolieren, nicht etwa in Manndeckung nehmen.“



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