Kallnik zeigt klare Kante
Volksstimme vom Sa, 10.12.2016 - Author:
Beim 1. FC Magdeburg macht das Wort „Melk-Kuh“ die Runde. Mario Kallnik, Vorstandsmitglied für Sport und Finanzen, mahnt zum Maßhalten. Magdeburg l „Es gibt eindeutige Tendenzen dafür, dass nach dem zweifellos überragenden finanziellen Ergebnis nun versucht wird, mit dem Club das schnelle Geld zu machen. Das wird es mit mir als den Hauptverantwortlichen aber nicht geben, der FCM ist keine Melk-Kuh“, betonte Kallnik, wohlwissend, dass er sich damit keine Freunde macht, zum Wohle des Vereins aber für ihn nur dieser Weg der richtige ist. Namen nannte der 42-Jährige nicht. Nach Volksstimme-Informationen wollen aber wohl Spieler und Wirtschaftspartner am Kuchen teilhaben. Das außergewöhnlich hohe Plus ist vor allem der guten Einnahmesituation geschuldet. Die SSG (Stadion- und Sportmarketing GmbH) als 100-prozentige Tochter des Vereins machte 2015/16 einen Umsatz von rund 7,5 Millionen Euro und verdoppelte damit nahezu das Ergebnis gegenüber 2014/15, als der Verein noch viertklassig spielte. 4,64 Millionen Euro betrugen bei einem Zuschauerschnitt von knapp 18.400 die Ticketeinnahmen. Im Sponsoring waren es 2,74 Millionen Euro. Auch hier gab es gegenüber dem Vorjahr fast eine Verdoppelung. Letztlich erwirtschaftete die SSG einen Gewinn von 429-000 Euro. Auch im Verein gestaltete sich die Entwicklung äußerst positiv. Unterm Strich wurde ein Plus von 462.000 Euro erzielt und das Eigenkapital nach einem „kleinen“ Überschuss aus 2014/15 (knapp 7800 Euro) auf 470.061,69 Euro deutlich gesteigert. Weiterer positiver Nebeneffekt: Wegen des noch aus Insolvenzzeiten geltenden Verlustvortrages muss der Gewinn letztmalig nicht versteuert werden. Dabei ging es bei den Zahlen für den Lizenzbereich der ersten Männermannschaft steil nach oben. 2014/15 betrug der Etat 1,7 Millionen Euro, 2015/16 schon 2,6 und 2016/17 voraussichtlich 3,4 Millionen Euro. Warum Kallnik trotz des größten Gewinns seit der Wende so genau aufs Geld schaut und auf wirtschaftliche Solidität setzt, hat vor allem zwei Gründe. Zum einen sei schon jetzt absehbar, dass die Einnahmen nicht annähernd wieder so hoch sein werden wie in der Aufstiegssaison. Zum anderen sollen die Gewinne vor allem in den Ausbau der Nachwuchsarbeit fließen. Zunächst will der FCM seine Pläne für ein Jugendinternat umsetzen. Kallnik: „Ein öffentliches Internat gibt es bereits, da wir sind jedoch abhängig von Schule und Fußballverband. Nun ist zum 1. Juli 2017 ein eigenes Projekt mit 13 Plätzen geplant.“ Kostenpunkt: Rund 80.000 Euro. Ferner gibt es derzeit für die FCM-A-, B- und C-Jugendteams nur zehn Förderverträge. Kallnik: „Normal wären bis zu 40, damit wir nicht immer wieder Talente verlieren. Daher werden jetzt erst einmal 25 Förderverträge geschaffen.“ Damit nicht genug. Um zu erreichen, dass mehr Talente den Sprung in die erste Mannschaft schaffen, soll auch die Personalkapazität erweitert werden. Mit Matthias Tischer, Lars Fuchs und Silvio Bankert wurden bereits drei Ex-Profis in den Trainerstab eingebunden. Hier sind für die Zukunft weitere Einstellungen geplant. Kallniks Kernbotschaft lautet: „Kein Harakiri, sondern Politik der kleinen Schritte.“



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