Leitwolf Bauer: „Typisch holländische Schule“
Volksstimme vom Di, 20.07.2010 - Author:
FCM seit gestern im Trainingslager im polnischen Myslenice

Seit gestern setzen die Fußballer des Regionalligisten 1. FC Magdeburg ihre Vorbereitung in Polen fort, schwitzen im Trainingslager in Myslenice (35 km von Krakau entfernt). Auch zwei Testspiele sind bis zum kommenden Sonntag vorgesehen.

Magdeburg. „Wir wollen den nächsten Schritt nach vorne machen. Das bedeutet: In dieser Woche wird vor allem Wert auf Schnellkraft gelegt“, kündigte Trainer Ruud Kaiser an, der sich zuvor zusammen mit Manager Rüdiger Bartsch die Bedingungen vor Ort angeschaut und für gut befunden hatte. Kaiser auf die Frage, ob den Jungs eine besonders harte Woche bevorsteht: „Das Wort ,hart‘ passt an dieser Stelle nicht so richtig. Ich würde eher ,intensiv‘ sagen.“

Der neue Leader im FCMTeam, Daniel Bauer, geht optimistisch an die Aufgabe heran: „Das wird kein Zuckerschlecken, aber ich bin keiner, der missmutig auf den Platz geht. Ich sage mir stattdessen: Mit einem Lächeln im Gesicht läuft es einfach besser, fällt einem vieles leichter. Außerdem sollte man immer an eines denken: Wenn die Zeit eines Trainingslagers vorbei ist, ist man wieder einen Tick weiter.“

Bauer betonte, dass das große Vertrauen des Trainers der entscheidende Grund dafür gewesen sei, andere Angebote auszuschlagen und beim Club zu verlängern: „Das ehrt mich schon, und das habe ich in dieser Form noch nicht erlebt. Logisch, dass man nun eine ganz spezielle Verantwortung spürt. Aber ich stelle mich gerne dieser Aufgabe, will vor allem auch den jungen Spielern helfen. Es ist sicherlich ein Höhepunkt in meiner Karriere.“

Kurios allerdings, dass der 27-Jährige offiziell noch gar kein Spielführer ist. „Die Mitspieler witzeln zwar schon und sprechen mich mit ,Capitano‘ an, aber diese Dinge, wer künftig den Kapitän macht oder wie sich z.B. der neue Mannschaftsrat zusammensetzt, werden wohl jetzt im Trainingslager geklärt.“

Auf die Frage, welches denn die größten Unterschiede zur vergangenen, völlig verkorksten Saison sind, antwortete Bauer: „Eigentlich ist alles anders. Es ist eine völlig umgekrempelte Mannschaft, wir spielen ein neues 4-3-3-System mit dem Schwerpunkt, über die Außen zu kommen, und wir trainieren ganz anders. Es ist die typische holländische Schule. Ich habe noch nie so viel Passspiel üben müssen wie jetzt. Aber ich bin überzeugt davon, dass es zum Erfolg führen wird.“

Auch die Tatsache, dass Bauer beim Test in Babelsberg zuschauen musste, beurteilte der Betroffene positiv: „Natürlich will man als Fußballer immer spielen, aber die Pause tat wirklich gut. Außerdem achtet unser Trainer genau auf die richtige Dosierung.“

Wie sehr der neue Leitwolf schon in seine Rolle hineingewachsen ist, wurde in Babelsberg auch dadurch deutlich, dass er zu Beginn der zweiten Halbzeit die Spieler bereits erwartete und für jeden ein paar aufmunternde Worte parat hatte.



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