Kaiser-Fazit: „Auf alle Fälle wieder einen Schritt weiter“
Volksstimme vom Sa, 24.07.2010 - Author:
Trainingslager des 1. FC Magdeburg im polnischen Myslenice neigt sich dem Ende entgegen

Das Trainingslager des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg in Polen neigt sich dem Ende entgegen. Heute zieht die Mannschaft von Myslenice ins 35 km entfernte Krakau um, wo um 18 Uhr das zweite Testspiel gegen den dortigen Viertligisten Hutnik stattfindet, der sein 60-jähriges Vereinsjubiläum feiert. Für morgen Vormittag ist dann die Rückreise geplant.

Myslenice/Polen. Am vorletzten Tag kannte die Sonne kein Erbarmen. Schon um 10 Uhr war es 33 Grad heiß. Dennoch wertete Chefcoach Ruud Kaiser das 2:2 vom Vorabend gegen den Drittligisten Szreniawa Nowy Wisnicz lange aus und war am Ende selber überrascht, dass es eine halbe Stunde dauerte. „Die Besprechung war absolut o.k., weil ich nicht nur Vorgaben mache, sondern auch Fragen stelle, die die Spieler be antworten müssen. Sie sollen mitdenken, und das tun sie“, betonte der Holländer, der insgesamt von einer gelungenen Woche sprach: „Ich bin sehr zufrieden und habe mein Programm voll durchziehen können. Es waren sehr intensive Einheiten dabei, wir sind auf alle Fälle wieder einen Schritt weiter. Und auch, wenn wir im Testspiel streckenweise zu lässig und nicht aggressiv genug waren, so bringen uns gerade solche Partien gegen unterklassige Gegner wertvolle Erkenntnisse.“ Und: „Besser, wenn jetzt die Fehler passieren als während der Saison.“

Gestern musste Neuzugang Eddy Vorm pausieren, nachdem er sich in Wisnicz eine Zerrung zugezogen hatte, die aber nicht so schwerwiegend sein dürfte, dass er länger ausfällt. Viel Freude bereitete dem Team nach dem Stabilisations- und Kraftaufbauübungen ein Fußballtennisturnier, das das Trio Rainer Müller, Denis Wolf und Manuel Stiefel gewann und zur Belohnung als erste zum Duschen durfte. Aber auch Kaiser gewann dieser Übungsform Positives ab: „Ob Koordination, Technik oder Kopfball – da ist fast alles drin. Man sieht, was die Jungs draufhaben und was nicht.“

Von der Belastung her hat Kaiser das Pensum etwas zurückgeschraubt, denn die Woche schlauchte ganz schön. Neu-Kapitän Daniel Bauer stellvertretend für alle: „Man merkt, dass die Kräfte langsam nachlassen.“

Besonders wichtig ist in solchen Fällen die Ernährung, und da fand Manager Rüdiger Bartsch für die Gastgeber nur lobende Worte: „Hutnik Krakau hat uns hervorragend unterstützt. Was wir im Vorfeld besprochen hatten, nämlich vitamin- und kohlehydratreiche Kost zu erhalten, wurde umgesetzt.“ Für die Getränke sorgte Zeugwart Heiko Horner. Die Spieler hatten sogar die Wahl zwischen den Geschmacksrichtungen Sauerkirsch, Waldmeister, Himbeere und Grapefruit.

Bartsch nannte einen weiteren Grund, warum das Trainingslager als voller Erfolg zu werten ist: „In Bezug auf den Teambildungsprozess sind wir ein deutliches Stück vorangekommen. Es macht eine Menge aus, wenn eine Mannschaft eine Woche lang auf engstem Raum zusammenlebt, sich nicht aus dem Weg gehen kann.“ Wie hoch letztlich die Kosten waren, wollte der Manager allerdings nicht verraten. Nur so viel: „Billiger als beispielsweise in der Türkei.“

Heute nun steigt gegen Hutnik Krakau das zweite und letzte Testspiel. Da die beiden Fangruppen eine langjährige, tiefe Freundschaft verbindet, ist damit zu rechnen, dass sich zahlreiche FCM-Anhänger - die Rede war von mehreren Bussen - auf den beschwerlichen Weg nach Polen machen, um gemeinsam zu feiern, unter anderem soll auch ein Fan-Freundschaftsspiel stattfinden.



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