Volksstimme vom Sa, 24.07.2010 - Author:
FCM-Keeper Christian Beer
Myslenice/Polen. Kreuzbandriss - für einen Fußballer die schlimmste Verletzung, die es gibt. Keeper Christian Beer hatte sie sich in der vergangenen Saison beim Landespokalspiel des 1. FC Magdeburg in Sandersdorf (14. April) im linken Knie zugezogen. Das Trainingslager im polnischen Myslenice nutzt der FCM-„Oldie“ als eine weitere Möglichkeit, sich Schritt für Schritt wieder heranzukämpfen.
„Als Trainer Ruud Kaiser mir sagte, im Bus ist noch ein Platz frei, und ich möchte, dass du mitfährst, habe ich nicht lange überlegt. Zum einen sind hier beide Physiotherapeuten vor Ort (Mirko und Jana Müller/d. Red.), zum anderen bin ich näher an der Mannschaft dran. Gerade bei so vielen Neuzugängen ist es für mich wichtig zu wissen, wie der ein oder andere tickt. Man kommt sich einfach näher“, ist der mit 30 Jahren älteste FCM-Akteur überzeugt, sich richtig entschieden zu haben.
Über die Vergangenheit will Beer nicht mehr reden, auch wenn es bei der Diagnose einige Irritationen gab bzw. er sich fragt, ob es seinerzeit in Sandersdorf trotz erschöpften Auswechselkontingents nicht besser gewesen wäre, nach dem Zusammenprall mit einem Gegenspieler sofort vom Platz zu gehen, anstatt noch die zehn Minuten bis zum Abpfiff weiterzuspielen.
Abgehakt. Beer blickt nach vorn, hat am kommenden Montag einen wichtigen Termin bei seinem Arzt Dr. Detlef Meier in Berlin, wo die weiteren Schritte durchgesprochen werden sollen. Wann der Keeper wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann, darüber macht er sich noch keinerlei Gedanken, weiß, dass „bei zu viel Ungeduld schnell Rückschläge möglich sind“. In der Regel hat ein Kreuzbandriss bekanntlich ein halbes Jahr Pause zur Folge.
Und wie sieht der Tagesablauf des Torhüters aus, der in seiner Karriere schon viele Verletzungen hinnehmen musste, den es aber nun so richtig erwischt hat?
„Ich nehme wie alle anderen an den Mahlzeiten teil und mache dann mein individuelles Training - entweder im Kraftraum, auf einer speziellen vibrierenden Matte oder mit Mirko Müller auch schon auf dem Platz, um einfach das Gefühl wieder reinzukriegen“, sagt Beer.
„Im Moment kann ich die Schiene zu 90 Grad durchbiegen, demnächst dann komplett, und irgendwann kommt sie ganz ab. Dann beginnt der Muskelaufbau. Aber wie gesagt - alles peu a peu, nichts überstürzen“, erzählt Beer in seiner gewohnt unaufgeregten ruhigen Art, macht aber deutlich, dass er mit dem Heilungsprozess zumindest bislang „sehr zufrieden“ ist.
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