FCM und die bange Frage: Reicht die Qualität im Angriff aus?
Volksstimme vom Di, 27.07.2010 - Author:
Fußball-Regionalligist beobachtet den Transfermarkt, sieht aber derzeit keine Notwendigkeit für weitere Neuverpflichtung

Magdeburg. Eine der zentralen Fragen beim Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg nach dem Trainingslager in Polen lautet : Reicht die Qualität im Sturm aus oder muss doch noch Verstärkung her ? Die Transferliste schließt am 31. August.

Bis zum Saisonstart ( 8. August beim VfB Lübeck ) kann der Club noch zweimal den Ernstfall testen : Donnerstag ( 18. 30 Uhr ) in Hildesheim und Sonntag ( 16 Uhr ) in Lemgo gegen Arminia Bielefeld.

Was auffiel in den drei jüngsten Vorbereitungsspielen : In Babelsberg ( 0 : 2 ) blieb der Club ohne jede Torchance, auch in Wisnicz ( 2 : 2 ) glich der Sturm eher einem lauen Lüftchen. Und bei Hutnik Krakau ( 2 : 0 ) war zwar ein deutlicher Fortschritt zu erkennen, dafür jedoch die Chancenverwertung unbefriedigend.

Auch Trainer Ruud Kaiser und Manager Rüdiger Bartsch ist natürlich die Ladehemmung nicht entgangen, doch sie halten sich ( noch ) zurück. " Zu sagen, es liegt an den Stürmern, wäre zu einfach. In Babelsberg z. B. war das Mittelfeld viel zu schwach. Wenn dann die Stürmer keine Bälle bekommen, liegt es nicht an ihnen. In Polen fehlte mitunter die Spritzigkeit und Aggressivität, was der hohen Trainingsbelastung geschuldet war ", analysierte Kaiser und fasste zusammen : " Wenn wir meinen, wir müssen noch einmal reagieren, werden wir das tun. Aber im Moment ist das kein Thema. Ich habe volles Vertrauen in diese Mannschaft, die sich stetig gesteigert hat. "

Und Bartsch : " Natürlich beobachten wir den Markt und überlegen ständig, wie man sich verbessern kann. Aber derzeit halten wir weitere Aktivitäten auf dem Transfermarkt nicht für notwendig. " Außerdem, so der Manager, dürfe man den finanziellen Aspekt nicht außer Acht lassen : " Talente wie z. B. der Wolfsburger Alexander Esswein oder Carsten Kammlott, der von Erfurt zu RB Leipzig wechselte, sind sicherlich Angreifer mit einer gewissen Torgarantie. Aber die können wir uns nicht leisten. "

Das sah in den vergangenen Jahren noch ganz anders aus, war der Club sozusagen Krösus und ein Radovan Vujanovic mit 12 000 Euro Monatsgehalt der Topverdiener, der zudem 15-mal ins Schwarze traf. Lars Fuchs brachte es gar auf 16 Tore.

Beide Stürmer hatte der Club jedoch abgegeben und auf einen Neuaufbau gesetzt. Nun ruhen die Hoffnungen im Zentrum in erster Linie auf dem verbliebenen Marko Verkic und Neuzugang Eddy Vorm. Doch ob das ausreicht, muss gegenwärtig bezweifelt werden. Verkic strahlt zu wenig Torgefahr aus, und auch Vorm muss sich steigern, ist zudem verletzt ( Zerrung ). Andere Offensivkräfte wie Marvin Wijks oder der momentan überzeugende Denis Wolf ( traf zuletzt sogar per Kopf ) sind eher etwas für die Außenpositionen bzw. müssen sich erst an die rauhe Regionalligaluft gewöhnen ( Guilherme dos Santos ). Es bleibt also spannend, zumal Bartsch die Frage, ob denn überhaupt noch finanzielle Reserven verhanden seien, mit " ja " beantwortete.



Nächster Artikel: Do, 29.07.2010: Immer ein Lächeln auf den Lippen
Vorheriger Artikel: Mo, 26.07.2010: 300 Club-Fans sorgen für Gänsehaut-Feeling
© 2007-2010 Toralf 0.004555 Sekunden